Schützengemeinschaft Norderstedt e.V.


Die Geschichte der Schützengemeinschaft Norderstedt e.V.

Die Geschichte der Schützengemeinschaft Norderstedt reicht bis ins Jahr 1954 zurück. In diesem Jahr am 10.11.1954 wurde der Schützenverein Garstedt in der Gaststätte zum „Weißen Ross“ gegründet. Zu Anfang gehörte der Verein noch dem Hamburger Schützenverband an, wechselte dann aber nach einigen Jahren zum Verband nach Schleswig-Holstein in den Kreis Pinneberg. Zwischenzeitlich hatte man das Vereinslokal gewechselt und war im Garstedter Hof beim Schützenkameraden Heinz Wegner untergekommen. Bereits nach rund 8 Jahren gab es eine starke Jugendabteilung die damals von den Brüdern Ernst und Willi Schlüter sowie von Hansi Fritsche geführt wurde. Geschossen wurde derzeit zu Anfang auf der Kegelbahn im Garstedter Hof, die dem Vereinsmitglied Heinz Wegner gehörte. Im Laufe der Zeit wurde dann der Heuboden über dem Pferdestall zu einem Luftgewehrstand mit 18 Ständen ausgebaut. Ausgebaut bedeutete das, dass die von Hand zu betätigten Seilzuganlagen installiert waren, aber sonst nichts weiter. Im Winter hieß es dann „sich warm Anziehen“ denn wenn es draußen 10 Grad Minus waren, war es auf dem Stand genauso kalt, einziger Vorteil es ging kein Wind. Das Schießen musste auch immer mal wieder kurzfristig eingestellt werden. Denn wenn die Pferde im Stall darunter ihren Rappel kriegten und gegen die Trennbalken traten, zitterte der ganze Schießstand und an ein ruhiges Zielen war nicht zu denken.  Im Laufe der Jahre wurde dann in Eigenleistung auf dem Gelände das zur Gastwirtschaft „Garstedter Hof“ gehörte, ein Kleinkaliberstand mit 6 Bahnen errichtet. Eine Leistung auf die die Schützen mit Recht stolz sein konnten. Mit der Gründung der Stadt Norderstedt zum 01.01.1970 ging auch die Mitgliedschaft des Schützenvereins Garstedt von dem Kreis Pinneberg auf den Kreis Segeberg über. Es waren vorwiegend finanzielle Gründe die hierfür den Ausschlag  gaben, wollte man doch nicht von den Zuwendungen von Stadt und Kreis abgekoppelt werden.  Auf diesem Stand wurde dann bis ins Jahr 1974 geschossen. Dann allerdings mussten die Schützen den Stand räumen, da der Vereinswirt im hinteren Teil des Geländes sein Altenteilerhaus errichten wollte. Kurzfristig und für die nächsten Jahre sind die Garstedter Schützen dann zum Kleinkaliberschießen auf dem Stand der Borstel-Hohenradener Schützen untergekommen.
Unabhängig von dem Wirken der Garstedter Schützen wurde in Friedrichsgabe 1965/66 ebenfalls ein Schützenverein gegründet. Die Schützengilde Friedrichsgabe. Allerdings waren hier die Startbedingungen  wesentlich schwieriger als 12 Jahre vorher in Garstedt. Es ging schon damit los, dass es keinen eigenen Luftdruckwaffenstand gab. Die Schießstätte wechselte mehrfach zwischen  dem Saal in Wenzels Gasthof und dem Saal von Ellerbrocks Gasthaus hin und her. Die Seilzuganlagen mussten immer auf und abgebaut werden, damit der Saalbetrieb in dem jeweiligen Gasthaus ungehindert laufen konnte.  Das konnte auf Dauer nicht klappen und so wurde nach einer Möglichkeit gesucht den Stand und den Schießbetrieb auszulagern. Dieses gelang kurzfristig, in dem der Stand in eine zur Zeit an der Quickbornerstr. stehende Scheune ausgelagert wurde. Die Freude dauerte allerdings nur kurz, da Sicherheitsbedenken einen dauerhaften Betrieb nicht zuließen. Letztlich ab 1977 kamen die Friedrichsgaber Schützen dann im Keller des neu gebauten Sportlerheims des SV Friedrichsgabe an der Lawaetzstr. unter. Zwischenzeitlich hatte sich unter der Führung des damaligen Vereinsvorsitzenden Günter Gäde eine kleine aber feine Bogenabteilung gebildet und etabliert. Seit 1972 war Günter Gäde Vorsitzender der Schützengilde Friedrichsgabe, aber nicht nur das, er bekleidete auch das Amt des Landestrainers Bogen. Die größten Erfolge verzeichnete Günter Gäde als Mannschaftsschütze wo er sich mit seine Mannschaftsgefährten 7 mal in die Liste als Deutscher Meister im Bogenschießen eintragen konnte.
Für beide Vereine waren diese Zustände keine tragfähigen Lösungen.
Beide Vereinsvorsitzenden, Günter Gäde von der Schützengilde Friedrichsgabe und Uwe Egge von dem Schützenverein Garstedt e.V. waren jeweils von den Mitgliederversammlungen beauftragt worden bei der Stadt Norderstedt vorzusprechen um die Möglichkeiten für einen neuen Schießstand jeweils für Ihren Verein auszuloten.
Hier setzte jetzt ein sanfter Druck seitens der Stadt Norderstedt ein, denn beide Vorsitzenden wurden mit dem Beschied nach Haus geschickt „es gibt Geld aber nur für einen gemeinsamen Schießstand.“
Es wurde dann nach längeren schwierigen Verhandlungen die Schützengemeinschaft Norderstedt e.V. gegründet. Warum Schützengemeinschaft? Man konnte sich nicht auf die Bezeichnung Gilde oder Verein einigen, deshalb also Gemeinschaft. Diese Gemeinschaft wurde 1977 dann auch nur zu dem alleinigen Zweck gegründet, den Bau und die Unterhaltung der neuen gemeinsamen Schießanlage zu gewährleisten und den Schießsport zu fördern.  Bis zu diesem Zeitpunkt waren beide Vereine noch eigenständig. Während der Bauphase stellten sich aber trotz einiger Unterschiede, viele Gemeinsamkeiten heraus. So wurde dann beschlossen beide Gruppen die Gilde wie den Verein in die Schützengemeinschaft aufgehen zu lassen. Das war auch wieder leichter gesagt als getan, denn dazu musste erst einmal die Satzung geändert werden damit die beiden Parteien (Verein + Gilde)in der Schützengemeinschaft aufgehen konnten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren beide Vereine noch Eigenständig.
1981 fusionierten dann beide Vereine in die Schützengemeinschaft Norderstedt und gaben damit Ihre Eigenständigkeit auf. Man kann mit Fug und Recht behaupten das die beiden damaligen Vorsitzenden der Vereine, Günter Gäde (Friedrichsgabe) und Uwe Egge (Garstedt) unter Mitgestaltung des damaligen Bürgermeisters der Stadt Norderstedt, Herr Horst Embacher, als die Väter der Schützengemeinschaft als Verein aber auch als Gestalter des damals modernsten Schießstandes in Schleswig-Holstein angesehen werden können. Günter Gäde der sein Wissen und Können als Statiker und Bauingenieur mit eingebracht hat und Uwe Egge der in zähen Verhandlungen die Voraussetzungen zum Bau der Anlage geschaffen hat.
Günter Gäde hatte auch den Entwurf eines Wappens für die Schützengilde Friedrichsgabe gemacht. Dieses Wappen war in den Grundzügen das heutige Wappen der Schützengemeinschaft Norderstedt e.V., da nur der Schriftzug geändert werden musste.     
Uwe Egge, er war zu der Zeit noch ein selbstständiger Kaufmann übernahm bereit in der 1977 gegründeten Schützengemeinschaft Norderstedt, das Amt des ersten Vorsitzenden unterstützt von dem unermüdlich wirkenden Günter Gäde als zweiten Vorsitzenden.
Auch nach der Neuausrichtung der Schützengemeinschaft Norderstedt und dem Aufgehen der beiden Vereine in die Schützengemeinschaft Norderstedt blieb Uwe Egge Vorsitzender und das für 37 Jahre.
Nach rund zwei Jahren Bauzeit mit viel Eigenleistung der Schützen konnte der damals,  modernste Schießstand in Schleswig-Holstein, am 08.Mai.1982 unter großer Anteilnahme der Politik und Schützen aus den befreundeten Vereinen eingeweiht werden.  
Die Anlage umfasst heute wie damals 10 Bogenbahnen auf 90m. 12 Langwaffenstände bis 50m und 4 Langwaffenstände bis 100 m. 20 Stände für Druckluftwaffen für 10 m. (Kurz- wie Langwaffen). Diese Stände können für Liegend- und Kniendanschläge umgebaut werden. Seit Februar 2017 hat die Schützengemeinschaft einen großen Schritt in Richtung Modernisierung getan. Alle 20 Stände auf dem Druckluftwaffenstand wurden mit finanzieller Unterstützung von Stadt, Kreis und Land auf elektronische Trefferaufnahme umgebaut. Besonders zu erwähnen sind die 3 Meyrosa-Anlagen auf denen bereits 10-jährige Trainieren können. Hier kann mit dem Lichtpunktgewehr geschossen werden (also keine scharfe Waffe). Die Trefferaufnahme erfolgt aber genauso wie beim scharfen Schuss, so dass es keinen Unterschied zwischen der Anzeige mit dem Lichtpunktgewehr oder dem scharfen Schuss gibt.
 Außerdem gibt es 10  25m-Stände für Kurzwaffen die auf zweimal 5 Bahnen aufgeteilt sind, auf denen Klein- und Großkalibrige Waffen geschossen werden können.
Bei unserem Stand handelt es sich um einen Stand der nach den Richtlinien des DSB gebaut worden ist. Deshalb sind die Regeln des DSB im Schießsport zu beachten und einzuhalten.

Uwe Gluschitz
1.Vorsitzender